Montag, 5. Dezember 2016

Bali nach Koh Phangan Thailand - 40 Stunden Reise


Quetsches Reiseerinnerung geht so:

"Wir sind mit Agung zum Flughafen dann sind wir mim Flugzeug geflogen und dann sind wir mit noch einem Flugzeug geflogen und dann,wartet ma, was haben wir denn noch gemacht? Äh, dann haben wir so paar Autochen gesehen und dann sind wir Taxi gefahren und dann sind wir hierher gekommen. In der Eisenbahn haben wir geschlafen. Am Flughafen. Ich hab oben geschlafen und ihr habt unten geschlafen."


                                       Nochmal Wäsche trocknen bevor es weitergeht...

Um halb zehn abends, die Kinder haben 2 Stunden Schlaf gehabt, sind wir von unserem Gastgeber Agung nach Kuta zum Flughafen gefahren worden (350.000 IDR, ca. 23 Euro). Moritz sitzt in der Mitte und ist todmüde. Schläft wieder im Sitzen ein.
Wir verabschieden uns herzlich und gehen zum Einchecken. Der freundliche junge Balinese hantiert 15 Minuten mit unseren Pässen herum. Dann kommt ein zweiter, schließlich ein dritter Balinese. Man sagt uns: „Please wait, we have problem.“ Nur gut, daß wir reichliche 3 Stunden vor Abflug am Flughafen sind....Das Eichecken dauert also schon ca 45 Minuten, weil irgendein Computerproblem auftaucht. Es wird gelöst, indem sie irgendwann eeeendlich mal einen anderen PC ausprobieren bei dem alles geht. Im Anschluß denken sie noch, daß unser Visum nicht gültig ist, denn wir haben ein 60 Tage Visum und gängigerweise gibt es für Thailand eines für 30 Tage. Das verstehen sie nicht.. Letztendlich haben wir dann doch noch unsere Boardkarten in der Hand und der Balinese am Schalter bittet uns am Ende seiner Nervenkraft doch selbst nochmal durchzusehen ob jetzt alles stimmt. Wir sind auch leicht ins Schwitzen geraten, diesmal nicht wegen der Hitze...

Wir gehen durch die Kontrollen ohne weitere Probleme. Möhre schläft im Manduca. Quetsche schaut sich begeistert die Flugzeuge an und ich und Simon trinken für unser letztes Geld eine Cola. Wir haben so klasse kalkuliert, daß wir nur noch 50 Cent Landeswährung am Ende übrig haben. Sehr gut!
Wir fliegen mit Philippine Airlines um 1:25 los und nach etwas Möhrschem Gebrüll, daß mit Stillen gestillt wird, schlafen wir alle im Flieger ein. Das Essen an Bord verpassen wir.
Morgens kommen wir um 6 in Manila an und Möhre freut sich, daß ist genau seine Aufstehzeit. Er futtert Nüsse, Mango, Ananas und Toastbrote rein, sodaß um 9 Uhr unsere Essensvorräte nahezu aufgebraucht sind. Wir haben alle Hunger und man kann nichts kaufen am Flughafen. Dollar nimmt keiner und mit Kreditkarte bekommt man außer Gucci-Sonnenbrillen und Michael-Kors-Handtaschen nichts.
Im Flugzeug gibt es dann zum Glück essen, Fisch und Reis, sogar Nachtisch, wir sind zufrieden mit dem Service. Wir essen den Fisch, denn verhungern wollen wir auch nicht.
Am Flughafen in Bangkok kommen wir müde an, die Kinder sind recht fit. Taxi gibt’s hier per anstehen und Nummernkarte ziehen, kein wirkliches Handeln möglich. Sind wir noch in Asien? Für 450 Baht (12 Euro) fahren wir 1 Stunde bei viel Verkehr zum Hua Lamphong Bahnhof. Wir nutzen die Zeit und ruhen weiter aus. Man kann auch für die Hälfte vom Geld mit der Metro fahren, aber wir haben inklusive Gepäck und Kindern dazu keine Kraftreserven mehr.

                                                     Hua Lamphong Bahnhof Bangkok

Die Zugkarte haben wir vorgebucht und holen sie gegenüber vom Bahnhof ab. Vorher kaufen wir noch unkompliziert das Kombiticket Bus, Fähre, Zug von Koh Phangan zurück nach Bangkok am extra Schalter für Ausländer. Alles klappt, wir sind total freudig.
Ein veganes Restaurant habe ich im Vorfeld ausgeguckt und wir laufen in 5 Minuten vom Bahnhof aus dorthin. Unser Gepäck haben wir vorher für 180 Baht (4,70) gelagert. Teuer, aber geht nicht anders. Dann schlemmen wir im winzigen Restaurant los. Es ist voll mit Thais, das beste Zeichen, und wir bestellen was geht. Es schmeckt so lecker und frisch, wir baden im Geschmack der vielfältigen Gewürze. Dann ordern wir gleich noch ein Riesenpaket Take-Away-Food für unterwegs. Der Besitzer grinst schon ein wenig ob der vielen Essensmenge die wir verdrücken und die wir dann noch zum Mitnehmen bestellen. Uns ist das egal, wir sind glücklich gut zu essen. Nach der balinesischen Essenseinöde ein Paradies. Möhre schläft schon wieder die ganze Zeit und wir wecken ihn um 16 Uhr. Nach lautem Gebrüll ißt er eine paar Pommes und Reis mit Ketchup. Dann laufen wir noch ein paar Minuten durch die Gassen und warten im Bahnhof auf die Abfahrt um 19.30 Uhr.
Den Kindern gefällt das uralte Nachtzugabteil des ausrangierten japanischen Zuges. 

                                                 Ehemals Japan - jetzt 1. Klasse Thailand



Wir freuen uns ebenfalls in die Dieselllock zu steigen und sehnen uns so sehr nach Schlaf. Bislang hatten wir nur 2 Stunden davon im Flugzeug. Wir holen gleich nach Abfahrt jemanden, der uns das Bett richtet, wir können nicht mehr. Bettenmachen gehört in der Bahn zum Service der 1. Klasse dazu. Wir haben ein kleines Waschbecken im Abteilchen. Breites Stockbett, alles prima, Bezug weiß und frisch. Die erste Klasse kostet 104 Euro einfach von Bangkok nach Koh Phangan inklusive Bus und Fähre für 3 Personen, Möhre fährt frei. Ab drei Jahren muß man bezahlen.

                                          Nicht nur wir sind die einzigen müden Wartenden

Nach etwas Gebrülle schläft auch unsere Möhre ein und weckt uns mit „Kacki, Kacki“ um 4.00 Uhr wieder auf. Nach einigem Hin- und Her und erfolgreichem Klogang schlafen wir alle noch ein wenig. Um sechs frühstückt der Bub den Curryreis und wir steigen mit 40 min Verspätung in Surat Thani aus. Es ist halb acht morgens und wir steigen direkt in einen alten Reisebus ein. Ich und Simon frühstücken unser mitgebrachtes Essen und die Kinder schlafen wieder. Wir fahren 2 Stunden durch das überschwemmte Land, alles ist naß. Thais fischen in den überschwemmten Straßen und scheinen ganz gelassen trotz überfluteter Häuser. Wasserbüffel stehen zufrieden in den nassen Wiesen. Wir kommen am Pier an und holen noch ein paar Nüsse und Chips für das Mädel. Alles Thaiessen verweigert sie, viel Auswahl gibt es hier in der Einöde eh nicht. Möhre schläft im Buggy weiter, wir tragen ihn die steilen Treppen der alten rostigen Fähre hoch. Die Reiseanstrengungen sind ihm doch ein wenig zu viel, für Quetsche ist bis aufs Essen alles in Ordnung. Die Fähre schippert 2 Stunden, zwischendrin regnet es.

                                         LKWs auf der Fähre

Alle holen sich Bechersuppen und löffeln die an Bord. Möhre wird irgendwann endlich wach und ißt eine Packung Chips. Dann die Cashewnüsse...Wenn er mal wach ist, ist er am Daueressen. Sonst brüllt schläft oder kackert er. Auf Phangan ist es noch sonnig, wir steigen aufs Taxi, hinten offen, Sitzbänke. Keine Verhandlungsbasis, Preis p.P 200 Baht. Nichthandeln nervt uns immer gewaltig. Aber auch wir sind am Ende unserer Kraft und wollen nur noch ankommen. Trotzdem sind wir beständig froh über den reibungslosen Ablauf der Riesenreise. Wir hatten ganz schön Respekt vor dem Trip und wußten, daß es hart wird. Deshalb sind wir dankbar, daß alles wie geplant lief und es keine herben Hindernisse und Zwischenfälle mit Enttäuschung gab. Im Belvedere kommen wir an und es fängt an zu regnen (und hört die nächsten Stunden, Tage nicht auf). Die Thais erscheinen uns nur teilweise freundlich, aber nicht so herzlich wie die Balinesen.

                        Gezeichnet von der Reise - Flug, Zug, Gepäckverwahrung...

Vor Ort hören wir im zweiten Satz die Verwunderung darüber, daß wir nicht allein sondern sogar mit zwei Kindern hier nächtigen wollen. Wir hatten das im Vorfeld angekündigt, jedoch weiß davon natürlich keiner was. Meist macht die Onlinevermietung der Unterkunft irgendjemand und vor Ort trifft man nur uninformierte Angestellte. Ein Zustellbett kostet unglaubliche 8 Euro pro Tag, wir müssen uns noch etwas einfallen lassen, wie wir jetzt hier drei Wochen lang schlafen. Nochmal 8 Euro können wir uns in der ohnehin schon eher hochpreisigen Wohnung nicht leisten.

Wir haben eine kleine Küche, Meerblick, Balkon und Heißwasserboiler zum Duschen. Alles ist neu und sauber, kein Schimmel. Die Matratze ist bretthart, sie besteht aus einem unverschimmelbaren harten Plastikunterteil auf das eine Bettauflage gelegt ist. Dementsprechend erdbodenartig sind hier die Bettverhältnisse. Nunja, irgendwas paßt immer nicht ganz, wir sind einfach zufrieden angekommen zu sein. Um sieben schlafen wir wieder alle ein um um 5 von Möhres Klobedürfnissen geweckt zu werden. Alles ist gut!

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