Samstag, 4. Februar 2017

Warum vegan?

Warum denn das, wieso kommt man darauf und was kann man denn noch essen?
Ich hatte schon lange (Jahre) die Vorstellung vegan zu essen. Zumindest mal vegetarisch. Geklappt hat letzteres nie. Videos und Seiten habe ich monatelang im Internet gewälzt, der Zeitpunkt um es wirklich auszuprobieren kam einfach nicht.
Von Hausmannskost hatte ich längst die Schnauze voll. Die Kombi aus Fett, Salz und oft auch noch Zucker macht süchtig und „schmeckt“ dann letztendlich (Konditionierung) doch immer gut, wenn man den Braten mit Klößen ißt. Auch wenn man eigentlich gar keinen Appetit darauf hatte.
So ging das eine Weile, mal mehr mal weniger Fleisch, aber immer viel Käse und Joghurt, auch Milch.
Irgendwann kam der Punkt an dem ich eines Tages einfach wußte: So, jetzt ist Schluß. Das Essen lag mir immer tagelang im Magen, es dauerte ewig bis ich es verdaut hatte. Ich fühlte mich schwer und belastet, mit Sport schaffte ich es immer dieses Gefühl auszugleichen, nur die Verdauung blieb trotzdem schlecht. Egal ob viel Obst und Gemüse und wenig Fleisch auf dem Speiseplan waren.

Dann folgte mein erster veganer Monat mit den beiden Kindern zu Hause. Ich aß viel zu viel Brot und Aufstrich schnell nebenher, Zeit zum Essen hat man ja nicht wirklich. Infolgedessen gleich ein Eisenmangel. Der zeigte mir, daß ich mehr Grün essen muß um gesund zu sein. Also habe ich mich in die Wildkräutermaterie eingelesen und viel mehr roh und grün gegessen. Vorzugsweise von der Wiese. Brennesseln, Giersch, Klee, Löwenzahn, Frauenmantel, Sauerampfer. Das ganze entweder im Salat oder in Fruchtsäfte einpüriert. Damit geht es mir sehr gut. Der Eisenmangel verschwand schnell.



Innerhalb kurzer Zeit fühlte ich mich so wie ausgewechselt. Die Verdauung wurde fantastisch und das Körpergefühl wechselte von beschwert zu leicht befreit. Das Essen macht weniger müde, ich habe mehr Kraft. Wieso das? Weil der Körper viel weniger Energie zum Verdauen braucht. Fleisch- und Tierprodukte benötigen am längsten und meisten Energie um verdaut zu werden. Davon war mein Körper dann entlastet. Das merkte ich fast umgehend. Außerdem waren die Blutzuckertiefs verschwunden, die ich vorher fast täglich hatte. Der Zucker raste nicht mehr so tief in den Keller, ich hatte nicht mehr Zeitdruck schnell etwas zu essen, sondern konnte auch über mehrere Stunden auskommen. War dann der Punkt erreicht, daß ich Hunger bekam, war mein Blutzucker immer noch recht stabil und nicht bereits im tiefsten Keller wie sonst. Das war extrem befreiend und entlastend und schlug sich so auch nicht mehr auf die Laune.

Natürlich dauert es eine Weile, bis man für alte Gewohnheiten Ersatz und neue Gerichte für sich entdeckt hat. Bei dem guten Bioangebot hier ist das aber überhaupt kein Problem. Soja- oder Kokosjoghurt gibt es überall. Hafermilch schmeckt vorzüglich und Milch fehlt überhaupt nicht. Milch verschleimt und wir sehen jetzt oft, daß die Kinder sie zum Beispiel gern als Milchschaum beim Opa trinken, aber nicht so gut vertragen. Hals kratzt dann, oft gibt es Husten. Ich entdecke neue Produkte, noch mehr Gemüse und Obst esse ich. An Auswahlmangel scheitert es nicht. Auch auswärts lassen sich in fast allen Fällen zumindest passable vegane Möglichkeiten finden. Ansonsten bringe ich eben Essen mit, wenn nicht sicher ist, ob irgendwo etwas veganes zu finden ist.


Vegan ist keine Entbehrung, man lernt mehr über den Körper und seine Bedürfnisse sowie Funktionen. Ich sehne mich nicht nach der alten Normalkost zurück.

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