Donnerstag, 13. April 2017

Freie eigenverantwortete Schwangerschaft

Heute in der 31. Schwangerschaftswoche habe ich zwei Vorsorgeuntersuchungen durch die Hebamme im Mutterpaß stehen. Blutdruck messen wir, Herztöne werden gehört, Babys Lage tasten und den Fundusstand. Mein Gewicht kontrolliere ich wenn ich Lust dazu habe. Das reicht. Keine Bluttests oder ähnliches.



2017



2012 noch beim Arzt mit monatlichem Ultraschall 


Warum kein Ultraschall? Wieso keine weiteren Kontrollen?
Nein, ich will es nicht genauer wissen! Nicht genauer als es mir mein Körpergefühl sagt. Ich bin agil, mache weiterhin Sport, schwitze mehrmals die Woche auf dem Heimtrainer. Ich ernähre mich vegan, frisch, mit vielen Wildkräutern. Ich fühle mich gut versorgt, nicht schlapp, nicht müde. Ich fühle mich und bin gesund.Das spürt man auch ohne Kontrollen.




Und das Baby? Will ich nicht wissen ob mit dem Kind alles in Ordnung ist?

Es entwickelt sich, wächst und bewegt sich vor allem sehr viel und kräftig. Es reagiert auf Töne und Berührungen von außen. Auch hier spüre ich gesundes und aktives Leben in mir. Ich brauche keine Rückversicherung von einer außenstehenden Person über den Zustand meines Babys. Zumal wenn eine Erkrankung vorliegen sollte die Einflussmöglichkeiten vor der Geburt sowieso gering bis unmöglich sind.
Sollten dann medizinische Handlungen nötig sein, gibt es keinen Grund diese auszuschlagen. Jedwede Kontrolle und noch so detaillierter Ultraschall sind keine Garantie für ein gesundes Kind. So bleiben doch auch öfter z.B. Herzfehler unentdeckt trotzdem regulär geschallt wurde. Ich möchte im Vorfeld darauf (also auf mich allein = Eigenverantwortung) vertrauen können, mein Kind in Ruhe und Frieden zu gebären.

Aber woher kommt dann die Sicherheit die ich in diesem Bereich habe?
Sie kommt aus Informationen über alle Themen die Geburt betreffen und aus zwei wunderbaren selbstbestimmten Geburten. Geburten, die ich mir erarbeitet habe, die für mich nach Sichtung der Krankenhäuser und

allen Informationsmaterials als einzig humane Art zu gebären lebenswichtig geworden sind. Ein Trauma an Leib und Seele das vom Krankenhaus und Ärzten gemacht würde, wäre für mich nicht verkraftbar gewesen. Die Sicherheit erwächst auch aus dem Wissen heraus, dass die meisten Komplikationen was Geburt, Vorsorge und auch Stillen betreffen medizinisch vom Krankenhaus selbst generiert werden. Alle Vorgänge dort sind normiert. Wer im Dschungel dieser Normen Werte unter- oder überschreitet - und das passiert zwangsläufig in irgendeinem der vielen getesteten Bereichen an Frau und Kind - der gerät leicht unter noch genauere und engmaschigere Beobachtung. Die Folge: Man bekommt Angst. Angst, dass ein Parameter auffällig ist.

Wie soll man beurteilen was ein „schlechter Wert“ bedeutet? Was sind die Folgen?
Man selbst kann, gerade beim ersten Kind, meist nicht beurteilen ob ein Wert wirklich schlecht ist und was das bedeuten kann. Ein über- oder unterschrittener Wert mag auf eine Auffälligkeit oder gar Behinderung hindeuten, er kann sich aber auch als völlig unbedenklich herausstellen. Aufgabe der Ärzte ist es aber, alles außerhalb der "Norm" liegende aufzuspüren. Die Spirale von Messerei, Urteil, Normierung, Angst und Bedenken setzt sich automatisch fest. Auf diese Messungen verzichte ich. An die Stelle dieser von außen kommenden (vermeintlichen) Absicherung tritt der volle Eintritt in das Körpergefühl. Mein Hauptsicherheits- oder besser gesagt Hauptwohlfühlfaktor entspringt aus mir selbst.

Wie entsteht Sicherheit aus dem eigenen Empfinden heraus?

Eine andere aber vergleichbare Frage könnte lauten: Woher wissen, dass man gesund ist? Man hat Kraft, fühlt sich wohl, nichts tut weh, der Kopf ist frei. Das könnte eine Beschreibung für persönliches Wohlbefinden und körperliche Gesundheit sein. Wieso daran zweifeln gesund zu sein, wenn doch alle Körpersignale dafür sprechen.
Oder wachst du jeden Morgen auf in der Befürchtung krank zu sein, nur weil Blutdruck, Gewicht, Blutzucker und Eisenwert nicht gemessen wurden?
Dies ist meine zweite (von drei) Schwangerschaften ohne Schwangerschaftstest, Bluttest, ärztliche Betreuung, ohne Ultraschall.



2012 - die Ärztin macht bei jedem Termin einen Ultraschall...
Sie findet immer etwas auffälliges...zu wenig Fruchtwasser, 
die Niere des Babys verändert, mein Gebärmutterhals zu früh verkürzt....



2015 und 2017 - sorgenfrei schwanger!


Ich tauche voll ins Gefühl ein und spüre natürlich auch zum Kind und dessen Bewegungen hin. Wie reagiert es, kommuniziert es mit uns, allen Familienmitgliedern. Mittlerweile hat sich mein Vorstellungsgefühl für das Baby qualitativ stark verändert. Es entsteht immer mehr ein dreidimensionales Bild vom Baby vor meinem geistigen Auge für mich.
Ich „weiß“ wie groß es ist, fühle auch die Abmessungen und Kindslage deutlicher in meinem Bauch. So als wäre ich selbst der personifizierte Ultraschall. Das mag komisch klingen, aber es stellt sich für mich so dar. Mein Parameter ist das Gefühl und die geistig-körperliche Verbindung zum Kind. Auch die Geschwister und der Vater haben eine solche jeweils individuelle Bindung. Das Baby ist längst selbstverständlich integriertes Familienmitglied. Es wird miteinbezogen und gespürt, angesprochen und berührt. Kommuniziert es, ist es wach? Schläft es, ist es munter, aktiv oder angespannt?
Eine eigenverantwortete und somit freie, von potentieller Bedenkenträgerei gelöste Schwangerschaft gibt Sicherheit. Das vermeintliche große Risiko der Nichtkontrolle durch Institutionen ist kalkulierbar solange die Mutter bei Unwohlsein und Zweifel am eigenen oder kindlichen Zustand die medizinische Versorgung, die eigentlich nur für Notfälle und wirkliche Ausnahmesituationen gedacht sein sollte, in Anspruch nimmt. Geburt ist keine Gefahr für Leib und Leben. Dies ist ein gemachter Mythos des sogenannten „Gesundheitssystemes“. Ich wünsche allen Frauen die sich eine freie Schwangerschaft und Geburt wünschen die nötige Kraft um sich dieses Recht zurückzuerobern.

Kommentare:

  1. Schön, dass es Dir gut geht! Es war mir eine Ehre durch Shiatsu mit Dir und Deinem Baby einen innigen Kontakt aufzubauen! Alles Gute Euch & liebe Grüße von der Algarve! Irene

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  2. Danke Irene!! Wir denken oft an euch und sehen uns eure Bilder an!

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  3. Schön zu lesen, dass es euch so gut geht! Habe in letzter Zeit ein paar Mal an euch gedacht! Alles Liebe und weiterhin eine wunderbare Schwangerschaft <3

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